The bootstrapper's EU stack for under €10 per month
Mai 25, 2026
In this guide
Der EU-Stack für Bootstrapper unter 10 € pro Monat
Du baust an deinem Nebenprojekt, aber willst nicht gleich deine hart verdienten Euros verbrennen. Du willst für Infrastruktur möglichst wenig ausgeben, bevor klar ist, ob überhaupt jemand dein Produkt haben will. Wie nah an null Euro kommst du auf einem 100%-EU-Stack tatsächlich?
Eine Anmerkung zu "kostenlos"
Wir listen nur Anbieter, die zum Zeitpunkt dieses Beitrags eine dauerhaft kostenlose Variante* anbieten – und nicht nur eine 14-Tage-Testphase.
*Klar, AGBs können sich ändern und kostenlose Pläne irgendwann eingestampft werden.
Hosting: nicht kostenlos, aber günstig
Dauerhaft kostenlose Server verschenkt kein seriöser EU-Cloud-Anbieter. Was du stattdessen bekommst: günstige VPS-Server.
Hetzners CX33 ist der Sweet Spot – rund 7 € pro Monat für 4 vCPUs, 8 GB RAM und 80 GB Disk. Das reicht locker für eine Django- oder Rails-App mit Postgres, Redis fürs Caching und Background-Workern, mit viel Luft nach oben. Wenn dein Projekt Fahrt aufnimmt, kannst du lange vertikal skalieren, bevor du dir ernsthaft Gedanken machen musst. Für die typische, langweilige CRUD-App ist diese Server-Konfiguration ehrlich gesagt schon Overkill.
Knapp dahinter: Netcup mit ähnlich günstigen VPS-Angeboten ab unter 5 € pro Monat. Die Konsole ist weniger hübsch als bei Hetzner, dafür stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis – und den Laden gibt es seit 2003.
Transaktionale E-Mails
Passwort-Resets, Magic Links, Belege, die Bestellbestätigung. Jede App muss solche Mails verschicken, und drei EU-Anbieter haben dafür kostenlose Angebote mit brauchbaren Free Limits.
Newsletter und E-Mail-Marketing
Du willst deine Kunden per Newsletter auf dem Laufenden halten? Dann brauchst du irgendwo eine Liste, die du verwaltest und von der aus du verschickst. Zwei EU-Optionen haben kostenlose Varianten, die locker für die ersten paar hundert Interessenten reichen.
Analytics
Google Analytics ist ein DSGVO-Albtraum, erfordert hässliche Cookie-Banner und ist für die ersten hundert Besucher sowieso komplett überdimensioniert. Zum Glück gibt es mehrere EU-Alternativen, die einfach und kostenlos sind.
Simple Analytics bietet einen kostenlosen Plan für kleine Projekte – sauberes, datenschutzfreundliches Dashboard, ganz ohne Cookies. TelemetryDeck hat einen großzügigen Free-Tier und passt besonders gut, wenn dein Produkt eine Mobile- oder Desktop-App ist.
Monitoring
Eine kleine, aber nützliche Schicht, die Bootstrapper gerne vergessen – bis irgendwas kaputtgeht.
Fürs Uptime-Monitoring gibt dir UptimeRobot 50 Checks im Free-Plan, mehr als du je brauchen wirst. Healthchecks.io ist die bessere Wahl für Cron-Jobs und Background-Tasks: 20 Checks kostenlos, und wer mag, hostet die Open-Source-Version einfach selbst.
Formulare
Tally hat einen ungewöhnlich großzügigen Free-Plan: unbegrenzte Formulare, unbegrenzte Antworten. Formbricks ist Open Source mit kostenlosem Hosted-Tier – nützlich, wenn du In-App-Umfragen statt klassischer Standalone-Formulare bauen willst.
Authentifizierung
Mit Django, Rails oder Laravel kannst du die Authentifizierung zwar problemlos selbst bauen. Wenn du aber eine fertige Lösung suchst, dann bietet Hanko eine kostenlose Variante mit Passkeys – die moderne Art, Logins zu handhaben, die Passwort-Resets komplett überflüssig macht. Auch als Open-Source-Variante zum selbst hosten verfügbar.
Zahlungen
Einen wirklich "kostenlosen" Zahlungsanbieter gibt es nicht. Aber die bootstrapper-freundliche Variante heißt: keine Monatsgebühren, du zahlst nur, wenn tatsächlich Umsätze zustande kommen.
Mollie ist vom "look and feel" sehr nah an Stripe dran.
Wenn du digitale Produkte verkaufst und einen Merchant of Record willst, der dir weltweite Umsatzsteuer-Compliance und den Steuereinbehalt abnimmt, lohnt sich ein Blick auf Creem. Die Provision pro Verkauf ist höher als bei einem klassischen Zahlungsanbieter, dafür ersparst du dir den ganzen Steuer-Stress.
Was es am Ende wirklich kostet
Der einzige fixe Kostenpunkt ist hier die Rechenleistung. Der Hetzner-Server für 7 € pro Monat. Und ehrlich gesagt: Eine kleinere Servervariante tut es oft auch.
Wenn du anfängst, an Free-Tier-Limits zu stoßen, hast du ein echtes Produkt. An dem Punkt sind die günstigsten Upgrades meistens ein paar Euro mehr – kein kompletter Stack-Wechsel. Ahasend im nächsten Tier, eine größere Hetzner-Box, der erste bezahlte Plan von Sender.net, und so weiter. Der Stack skaliert sauber mit dir, weil jede Schicht einen normalen bezahlten Plan über dem Free-Tier hat.
Die Bootstrapper-Version von digitaler Souveränität ist nicht ideologisch. Es ist schlicht der günstigste seriöse Weg, heute dein Projekt online zu bringen, ohne deine Kreditkarte bei einem US-Hyperscaler zu hinterlegen, bevor du überhaupt einen einzigen Nutzer hast. Die EU-Lösungen sind gut genug, dass du das Ganze für den Preis eines Kaffees pro Monat aufziehen kannst.